Informationen für Betroffene zur Glücksspielsucht

Aus Spielsucht-Hilfe-Berlin
Wechseln zu: Navigation, Suche

Was sind Glücksspiele?

Glücksspiele sind Spiele, bei denen der Spieler einen Vermögenswert (Geld, Wertgegenstände) einsetzt und die Entscheidung über Gewinn und Verlust größtenteils durch den Zufall bestimmt wird. Das Spielen erfolgt dabei nicht zweckfrei und ist anfangs auf den möglichen Gewinn ausgerichtet.

Die meisten Menschen denken beim Glücksspiel an Roulette, Geldspielautomaten und Pferdewetten, jedoch gibt es zahlreiche andere Formen von Glücksspielen:

  • Lotto (6 aus 49), Fernseh- und Klassenlotterien
  • Rubbellose
  • Keno
  • Sportwetten (Wettbüro, Internet), Fußballtoto, Oddset
  • Pferdewetten
  • Automatenspiele (Spielhallen, Gaststätten, Casino)
  • Casinospiele (Roulette, Karten- oder Würfelspiele)
  • Internetcasinospiele
  • Poker (Casino, Online)
  • Bingo
  • Tombola
  • riskante Börsenspekulationen (Day-Trading/Intraday-Trading)
  • Telegewinnspiele ("Quizfernsehen", Gewinnhotlines)


Was versteht man unter Glücksspielsucht?

Die meisten Menschen sehen ein Glücksspiel als eine Form der Unterhaltung an, andere wiederum verlieren die Kontrolle und weisen ein äußerst riskantes Konsumverhalten auf. In diesem Fall spricht man von pathologischem (krankhaftem) Spielverhalten oder auch Glücksspielsucht. Glücksspielsucht ist eine Erkrankung (stoffungebundene Sucht, Verhaltenssucht) und bestimmt das Alltagsleben der Betroffenen. Diese zeichnet sich durch ein andauerndes und wiederkehrendes Glücksspielverhalten aus, das mindestens fünf der folgenden Kennzeichen aufweist:

  • starkes Eingenommensein vom Glücksspiel
  • Erhöhung der Einsätze, um gewünschte Erregung zu erreichen
  • wiederholte Versuche, das Spiel einzuschränken/aufzugeben
  • Unruhe/Gereiztheit beim Versuch, das Glücksspielen einzuschränken/aufzugeben
  • Glücksspiel als Hilfsmittel, um Problemen/unangenehmen Gefühlen auszuweichen
  • Versuch, durch wiederholtes Glücksspielen Geldverluste auszugleichen
  • Lügen, um die Spielsucht zu vertuschen
  • Gefährdung/Verlust partnerschaftlicher Beziehungen/beruflicher Perspektiven aufgrund der Spielsucht
  • Tendenz, sich auf andere zu verlassen, um die finanzielle Sackgasse der Spielsucht zu überwinden


Welche Folgen hat eine Glücksspielsucht?

Häufig tritt die Glücksspielsucht mit anderen psychischen Erkrankungen, sogenannten komorbiden Störungen, gemeinsam auf. Diese können einerseits das pathologische Spielen auslösen oder begünstigen. Auf der anderen Seite können solche Störungen aber auch die Folge des Spielens darstellen. Hierzu zählen neben finanziellen Schwierigkeiten

  • Schuldgefühle/Schamgefühle,
  • Depressionen, psychosomatische Störungen,
  • familiäre Konflikte, Trennung, Scheidung,
  • berufliche Probleme, Arbeitsplatzverlust,
  • Verschuldung, Wohnungslosigkeit,
  • kriminelle Handlungen und
  • Selbstmordgedanken und/oder Selbstmordversuche.


Bin ich gefährdet eine Glücksspielsucht zu entwickeln?

Wenn Sie sich fragen, ob Sie Ihr Glücksspielverhalten noch unter Kontrolle haben oder ob Sie gefährdet sind eine Glücksspielsucht zu entwickeln, beantworten Sie bitte die folgenden Fragen mit "ja" oder "nein" und zählen Sie die mit "ja" beantworteten Fragen.

  • Haben Sie jemals mehr Geld eingesetzt, als Sie sich wirklich leisten konnten zu verlieren?
  • Mussten Sie im letzten Jahr immer höhere Beträge einsetzen, um den gewünschten Kick, die gewünschte Erregung beim Spielen zu erreichen?
  • Haben Sie schon häufiger versucht, verlorenes Geld am nächsten Tag oder bei der nächsten Spielteilnahme zurückzugewinnen?
  • Haben Sie sich Geld geliehen oder etwas verkauft, um das Glücksspiel zu finanzieren?
  • Haben Sie das Gefühl, Sie könnten ein Problem mit Glücksspielen haben?
  • Hat Ihr Glücksspielverhalten zu gesundheitlichen Problemen einschließlich erhöhtem Stress, anhaltender Niedergeschlagenheit oder erhöhter Ängstlichkeit geführt?
  • Haben andere Menschen Sie aufgrund Ihres Glücksspielverhaltens kritisiert oder Ihnen gesagt, dass Sie ein Spielproblem haben, unabhängig davon, ob Sie glauben, dass dies wahr ist oder nicht?
  • Hat ihr Spielverhalten zu finanziellen Problemen geführt?
  • Haben Sie sich wegen Ihres Spielverhaltens schuldig gefühlt?
  • Haben Sie Ihre Angehörigen oder andere Bezugspersonen über das Ausmaß Ihres Glücksspielens angelogen oder das Glücksspielen vor diesen verheimlicht?
  • Haben Sie jemals erfolglos versucht, Ihr Spielverhalten einzuschränken bzw. ganz mit dem Glücksspiel aufzuhören?

Wenn Sie mehr als eine der obigen Fragen mit ja beantwortet haben, weisen Sie ein riskantes Spielverhalten auf, dass zu Beeinträchtigungen in verschiedenen Lebensbereichen führen kann. Sie sind eventuell gefährdet, eine Glücksspielsucht zu entwickeln, und sollten sich kritisch mit Ihrem Spielverhalten auseinandersetzen und sich professionell beraten und ggf. behandeln lassen. Achten Sie bewusst darauf, wie häufig und in welchen Situationen Sie spielen und wie viel Geld Sie für die Glücksspiele einsetzen.


Wie kann ich Hilfe finden?

Erste Anlaufstellen für Menschen, die Probleme mit Glücksspielen haben, können Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen sein. Nutzen Sie unsere Suchfunktion Hilfe finden!, um entsprechende Beratungsangebote in Berlin zu finden. Die Seite Beratung und Behandlung bietet weiterführende Informationen zu verschiedenen Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten bei Glücksspielsucht.